Der Fakultätsrat Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg hat im Frühjahr 2008 die Einstellung des Masterstudienganges Gender und Arbeit beschlossen.
Im Wintersemester 2002/03 starteten in Hamburg zwei sehr ambitionierte Projekte, der M. A. Gender und Arbeit an der damaligen Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP; inzwischen Teil der Universität Hamburg) sowie ein Magister- und Diplomnebenfach Gender Studies an der Universität Hamburg, trotz des bereits damals politisch unfreundlichen Klimas bezüglich der Hamburger Hochschullandschaft.
Seit dem Wintersemester 2005/06 besteht ein Zulassungsstopp für den Masterstudiengang Gender und Arbeit und mittlerweile ist deutlich geworden, dass er eingestellt werden soll. Die Gründe dafür sind nicht eindeutig und werden daher unterschiedlich interpretiert.
Der Master in seiner Ursprungsform wurde 2004 erfolgreich bis 2009 akkreditiert und an die Forderungen der Akkreditierungskommission angepaßt. Aus dem dreisemestrigen wurde ein viersemestriger konsekutiver Studiengang.
Obwohl die Gutachter von ihm ein sehr positives Bild erhalten haben, regten kritische Stimmen einen Umbau des bestehenden Studienprogramms an und es wurde von den AkteurInnen viel Zeit und Energie in neue Ideen bezüglich der Inhalte, Didaktik und Praxisrelevanz investiert. Diese Modifikation wurde u. a. nie umgesetzt, da es an ausreichenden Kapazitäten für die potentielle Lehre fehlte. Es waren also nicht äußere Einflüsse oder negative Bewertungen, sondern innere Widersprüche, die das Schicksal des aktuellen Masters besiegelten.
Derzeitig existiert keine einheitliche Position zur Konzeption eines neuen Masterstudienganges. Die aktuelle Planung sieht vor, dass die einzelnen Hochschulen und Fakultäten Module entwickeln, die als Basis für einen neuen Master - so die Hoffnung - genutzt werden können. Diese basiert auf dem Beschluss der Gemeinsamen Kommission für Frauenstudien, Frauen- und Geschlechterforschung, Gender und Queer Studies (GK), bis zum Sommersemester 2007 ein hochschulübergreifendes interdisziplinäres Rahmenkonzept vorzulegen.
Es ist besonders bedauerlich, da gerade jetzt bundesweit Masterstudiengänge im Bereich der Gender Studies konzipiert und implementiert werden und von der bildungspolitischen Vorbildrolle des Hamburger Masterstudienganges Gender und Arbeit nicht viel bestehen bleibt. Trotzdem sollten wir den Blick in die Zukunft richten, denn es besteht die Option, dass aus einem vielstimmigen und dissonanten Meinungsbild etwas Konstruktives entsteht.
Kathrin Schrader
Vertreterin der wissenschaftlichen Mitarbeiterin und Koordinatorin des Masters Gender und Arbeit der Universität Hamburg
26. Februar 2007
Es besteht derzeit ein Zulassungsstopp für den Master Gender und Arbeit (siehe auch "Aktuelles" oben).
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Diese PO/StO gelten für Studierende ab Wintersemesters 2005/06.
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Letzte Änderung: 04.09.2008